Die Zahl der Demenzkranken wird in ganz Europa bis 2050 deutlich steigen. Zu dieser Einschätzung kommt der Dachverband nationaler Alzheimer-Gesellschaften in einer neuen Prognose. Demnach werden bis 2050 europaweit doppelt so viele Menschen dement sein wie 2018.
Als Grund für diese Entwicklung nannte der Verband das Bevölkerungswachstum in Europa und den allgemeinen demografischen Wandel mit immer mehr alten Menschen – und den negativen Folgen für die Gesundheitssysteme. Menschen mit Demenz, deren Familien und Pfleger benötigten nach Angaben von Alzheimer-Europe-Direktor Jean Georges «hochwertige und individuelle Pflege». Diese bekämen sie aber nur, wenn das Gesundheits- und Pflegesystem darauf eingestellt sei. Hier müsse die Politik bewirken, dass mehr investiert werde in Forschung zur Behandlung und Prävention.
Dies könne man in Deutschland besonders gut sehen. Hier steigt laut der Studie der Anteil der Menschen, die älter als 65 Jahre sind, an der Bevölkerung. Der Anteil der über 85-Jährigen wird sich bis 2050 gar verdoppeln. Demnach könnten in Deutschland bis 2050 rund 2,7 Millionen Menschen dement sein – im Vergleich zu 1,6 Millionen Menschen im Jahr 2018.
Die gute Nachricht: Anders als in vorherigen Hochrechnungen angenommen, erkranken über die Altersgruppen hinweg eine Million weniger Frauen und Männer an Demenz. Verbandschef Georges führt dies vor allem auf gesündere Lebensstile, bessere Bildung und eine verbesserte Kontrolle von bestimmten Risikofaktoren zurück. «Es ist vielversprechend zu sehen, dass all dies einen Effekt auf die Häufigkeit von Demenz zu haben scheint», wird er in der Mitteilung seines Verbands zitiert.
Datenbasis des Berichts waren die aktuellen Demenz-Studien verschiedener Forschungsgruppen. Diese wiederum stützen sich auf Bevölkerungsdaten aus den europäischen Länder und wagen einen Ausblick auf die Jahre 2025 und 2050.
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