суббота, 19 сентября 2020 г.

Ersatz-Oktoberfest in München — trotz überschrittenem Corona-Grenzwert

Oktoberfest 2020. Auf den Münchner Theresienwiese sieht das in diesem Jahr so aus. Einige hartgesottene Wiesn-Fans wollen sich ihre Tradition nicht nehmen lassen. Weder von einem Virus noch von der Polizei, die kontrolliert, ob die Regeln gegen das Virus eingehalten werden. Und die beinhalten für die Theresienwiese: ein Alkoholverbot. Für alle, die gern wie immer mit Alkohol trinken möchten, haben 50 Münchner Wirte selbst im Pandemie-Jahr ein Ersatzprogramm: Die «Wirtshaus-Wiesn», bei der in den Gasthäusern in der Innenstadt speziell gebrautes Bier ausgeschenkt wird und sogar einige Oktoberfest-Musiker aufspielen — natürlich unter Hygiene-Auflagen. Dabei hat München gerade den Grenzwert von 50 positiven Corona-Tests je 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten. Ein Wert, den Virologen und Politiker gerade in einer Großstadt mit einiger Besorgnis sehen.

Dieter Reiter, Oberbürgermeister München, SPD
«Ich bin tatsächlich besorgt, denn ein Inzidenzwert wird über 50, ob er jetzt 50,4 oder40,3 tatsächlich ist, ist auf jeden Fall ein sehr hoher Wert. Wir richten uns darauf ein und sind darauf vorbereitet, dass auch die Zahl derer, die wieder schwerer erkranken, wieder steigen wird. Das heißt, meine Krankenhäuser, das gesamte Gesundheitssystem, ist im Grunde vorbereitet. Es ist der Unterschied zum März.»

Jetzt gilt es für alle, die Balance zu treffen zwischen Münchner Tradition und Gesundheitsschutz.

Dieter Reiter, Oberbürgermeister München, SPD
«Ich will nicht der Spielverderber sein, aber ich bitte wirklich alle, sich an die Regeln zu halten, um sich selber, aber vor allem auch die anderen zu schützen. Und an die Gaststätten- Betreiberinnen und -Betreiber kann ich nur appellieren. Wir werden sehr rigoros kontrollieren, dass die Regeln eingehalten werden. Denn Bilder, die durch die Welt gehen, wo wieder Menschen auf den Bänken stehen und sich zuprosten, ohne Abstand, ohne Maske, die will ich nicht sehen. Und die wird es auch nur einmal geben.»

 Auch die Münchner Geschäftsleute versuchen sich irgendwie zu helfen. Der Einzelhandel ruft zum Shoppen in Tracht auf — wer in Dirndl oder Lederhosen einkauft, bekommt einen Biergutschein. Und immerhin einige Schausteller dürfen schon seit Wochen Flächen für ihre Fahrgeschäfte nutzen. Bleibt zu hoffen, dass die diesjährige Hauptattraktion auf der Theresienwiese in den kommenden Wochen nicht allzu viel Zulauf bekommt: die Corona-Teststation.

Source: spiegel.de

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