An der von Zecken übertragenen Infektionskrankheit FSME sind in Deutschland 2019 deutlich weniger Menschen erkrankt als in den Jahren zuvor. Das teilten Wissenschaftler der Universität Hohenheim mit. Vor allem in Süddeutschland, insbesondere im Südwesten sei die Zahl sehr stark gesunken, was auch maßgeblich für den Rückgang der bundesweiten Zahlen sei, hieß es. Den Grund für diese Entwicklung kennen die Experten jedoch nicht.
«Nach dem Rekord-Zeckenjahr 2018 mit 607 Erkrankungen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist die Zahl 2019 auf 462 gesunken», sagte Gerhard Dobler, der Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. In Baden-Württemberg sei die Zahl um 115 Fälle gesunken, in Bayern um 24 Fälle. In den anderen Bundesländern sei die Zahl dagegen gleich geblieben. «Eine Erklärung für diesen Rückgang im Süden und das gleichbleibende Niveau in denn anderen Bundesländern haben die Experten nicht», sagte Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. «Die Zeckenaktivität war 2019 so hoch wie im Jahr 2018».
Hyalomma-Zecken können in Deutschland überwintern
Für Aufsehen hatten im vergangenen Sommer unter anderem Meldungen der Stuttgarter Wissenschaftlerin Ute Mackenstedt über Tropenzecken als mögliche neue Quelle für gefährliche Infektionen gesorgt. Allerdings hat sie ihre Warnungen nun revidiert: Das sogenannte Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber und das Arabisch-Hämmorhagische Fieber seien bislang in keiner Hyalomma-Zecke nachgewiesen worden, die in den vergangenen Monaten eingesandt worden waren.
Zu den Einsendungen hatte Mackenstedt vor knapp einem Jahr aufgerufen, Grund dafür waren erste Funde der Hyalomma-Zecke und der Braunen Hundezecke in Deutschland. Insgesamt wurden nach ihren Angaben bislang rund 3.500 Exemplare untersucht, darunter auch Dutzende Hyalomma-Zecken.
Die Arten der Zeckengattung Hyalomma sind in Afrika, Asien und Südeuropa beheimatet. Dort sind sie dafür bekannt, den Erreger des Zecken-Fleckfiebers und weiterer Krankheiten zu übertragen. Solche Zeckenarten können mit Zugvögeln nach Deutschland eingeschleppt werden, warnen die Experten aus Hohenheim. Da sie hier Wirtstiere befallen und seit 2019 nachweislich auch überwintern können, müssten sie als mögliche Bedrohung für Menschen und Nutztiere angesehen werden.
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