Kinder im Kindergartenalter zu Fußmärschen zu bewegen, die 60 Minuten und länger dauern, ist ein tendenziell unmögliches Unterfangen. Aber so lange würde es an manchen Orten dauern, zum nächsten Kindergarten oder zur nächsten Kita zu kommen. Vor allem im Nordosten, außerdem im östlichen Niedersachsen, in Nordhessen und in großen Teilen Bayerns ist das Netz sehr weitmaschig. Die Menschen in diesen dünn besiedelten Gebieten haben Pech: Sie brauchen, wenn sie nicht gerade Fahrradhalbprofis sind, ein Auto. Wer sich das nicht leisten kann, der lässt seine Kinder womöglich zu Hause – was nicht gut ist für die Kinder, die ja mit Gleichaltrigen aufwachsen sollen. Und die Mütter, meistens sind sie es, bleiben dann auch zu Hause. Tatsächlich sind im östlichen Mecklenburg und im südlichen Bayern weniger Kinder Kindergartenkinder als anderswo (immer noch die große Mehrheit, etwa 90 Prozent, aber signifikant weniger als im Durchschnitt). Später, wenn aus ihnen Schulkinder werden, müssen die Gemeinden für Schulbusse sorgen, da viele Kinder weit entfernt von der Schule wohnen. Kindergartenkinder genießen diesen Service nicht.
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